Es gibt diese Art von Mathematik, die außerhalb eines Wollgeschäfts vermutlich niemand so richtig versteht. Zehn Knäuel à 11,95 Euro? Vollkommen in Ordnung. Ein fertiger Pullover um 150 Euro? Ganz schön teuer. Ein zusätzliches Knäuel „zur Sicherheit”? Unglaublich Vernünftig. Drei zusätzliche Knäuel, weil man sich bei der Farbe noch nicht ganz sicher ist? Im Grunde eine schlaue Investition.
Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich festhalten: Wir haben diese Regeln nicht erfunden. Wir beobachten sie nur – an uns selbst und an unseren Kund:innen.
Komischerweise folgt Wollkauf nämlich selten denselben mathematischen Gesetzen wie der restliche Alltag. Im Supermarkt wird sehr genau überlegt, ob wir wirklich die Markenbutter brauchen. Im Wollgeschäft hingegen kann ein Satz wie „Die Partie gibt es vielleicht später nicht mehr“ erstaunliche Kräfte freisetzen. Plötzlich ist nicht mehr die Frage, ob wir das Garn kaufen, sondern wie viel davon.
Und damit wären wir auch gleich schon beim Sicherheitsknäuel.
Lasst uns das ganz einfach erklären. Man braucht laut Anleitung neun Knäuel? Dann nimmt man natürlich zehn. Sicher ist sicher. Schließlich wissen wir alle, was passiert, wenn am Ende noch exakt sieben Reihen Ärmel fehlen und genau diese Farbe natürlich nicht mehr nachzubekommen ist.
Das zehnte Knäuel bleibt nach Fertigstellung dann selbstverständlich fast komplett übrig. Aber das macht nichts. Denn daraus kann man ja noch etwas machen. Was genau, wissen wir noch nicht. Aber irgendetwas halt.
Damit beginnt ganz nebenbei die nächste Rechenart des Strickens: Restwolle. Denn sobald Wolle einmal bezahlt wurde, scheint sie in unserem Kopf ihren finanziellen Wert vollständig zu verlieren. Drei übrig gebliebene Knäuel sind keine 36 Euro. Sie sind „Reste“ und Reste zählen ja bekanntlich nicht.
Aus ihnen könnte man eine Haube oder Bündchen stricken. Oder irgendwann drei weitere Knäuel dazukaufen, damit aus den ursprünglichen Resten doch noch ein Pullover wird. Wirtschaftlich betrachtet einfach komplett fragwürdig. Stricklogisch betrachtet eine absolut einwandfreie Rechnung.
Ähnlich funktioniert es mit Wolle, die schon länger im Vorrat liegt.
Ein Garn, das seit zwei Jahren im Schrank wartet, war praktisch gratis. Zumindest fühlt es sich so an. Wenn wir es heute hervorholen und endlich verstricken, entsteht ein ganzes Strickstück, ohne dass wir gefühlt auch nur einen Cent dafür ausgeben. Das ist ja schon fast wie Geld verdienen.
Man könnte natürlich einwenden, dass wir die Wolle irgendwann einmal bezahlt haben. Aber wir möchten die Sache jetzt nicht unnötig kompliziert machen und uns und euch auch nicht die Freude nehmen.
Eine weitere Besonderheit der Wollmathematik betrifft Farben.
Wenn wir uns zwischen zwei Farben nicht entscheiden können, wäre die logischste Lösung wahrscheinlich, eine davon auszuwählen. Das passiert, vor allem bei kleinen Projekten, erstaunlich selten.
Es ist viel wahrscheinlicher, dass wir einfach beide Farben mitnehmen. Eine Farbe für das aktuelle Projekt und die andere „für später“. Weil sie so schön ist, so gut zum Mantel passt oder ja vielleicht irgendwann aus der Kollektion genommen werden könnte.
Und dann gibt es natürlich noch die Königsdisziplin: Preis pro Nutzung. Hier wird die Strickmathematik plötzlich erstaunlich professionell.
Wenn ein handgestrickter Pullover 120 Euro Material kostet, aber fünf Jahre lang jeden Winter getragen wird, ist das eigentlich ausgesprochen günstig. Rechnet man die Stunden, in denen man beim Stricken gemütlich auf dem Sofa sitzt, ebenfalls als Freizeitbeschäftigung dazu, wird die Rechnung sogar noch besser.
Andere Menschen gehen ins Kino. Wir kaufen Kaschmir. So gesehen ist Stricken gleichzeitig Hobby, Kleidung und Abendprogramm. Und wer drei Dinge zum Preis von einem bekommt, kann wohl wirklich schwer von einer schlechten finanziellen Entscheidung sprechen.
Beim Wollkauf geht es eben selten nur um das Material. Wir kaufen immer auch ein bisschen Vorfreude, eine Idee, ein zukünftiges Projekt. Einen Pullover, den es noch gar nicht gibt, und viele gemütliche Stunden auf dem Sofa.
Und solange wir aus fünf Knäueln theoretisch acht verschiedene Projekte machen könnten, ist unsere Rechnung eigentlich ziemlich gut. Zumindest nach den Regeln der Strickmathematik.
Wie wäre es nun aber, wenn die Strickmathematik ausnahmsweise einmal wirklich aufgehen würde? Wenn wir nämlich grüne Wolle kaufen, daraus Socken stricken und damit gleichzeitig etwas wirklich Gutes bewirken können, lässt sich der Wollkauf ziemlich leicht rechtfertigen. Lasst uns das aber kurz erklären: Viele Unterleibskrebs-Patientinnen leiden therapiebedingt unter kalten Füßen. Und genau hier kommt unser Strickhobby ins Spiel.


Seit 2021 gibt es in Österreich die Aktion „Grüne Socken“. Frauen mit Unterleibskrebs erhalten während ihres Aufenthalts in einem zertifizierten gynäkologischen Zentrum grüne Socken – gestrickt von Frauen, die sie vermutlich nie persönlich kennenlernen werden.
Und genau eine dieser „unbekannten“ Frauen können auch wir sein. Mit einem Paar grüner Socken können wir unterstützen und dabei gleichzeitig etwas tun, das wir ohnehin gerne machen: stricken. So wird aus ein paar Knäueln Wolle am Ende nicht nur ein neues Projekt, sondern etwas, das einer anderen Frau ganz konkret Wärme und Hoffnung schenken kann.
HIER findet ihr alle Infos, wie ihr bei dieser schönen Aktion mitmachen könnt.
Wir wollen euch eigentlich noch ein bisschen mehr Strickinspo mitgeben. Nach so einem ernsten Thema ist der Übergang zurück zu leichteren Themen aber immer ein bisschen schwierig – ans Ende des Beitrags wollten wir die Aktion aber auch nicht schieben, damit sie nicht untergeht.
Deshalb machen wir es jetzt einfach kurz und schmerzlos: Die Trachtensaison steht schließlich schon vor der Tür. Und vielleicht möchte sich die eine oder andere noch rechtzeitig für das Oktoberfest oder ein anderes herbstliches Zeltfest etwas Passendes auf die Nadeln holen. Lana Grossa hat wieder genügend trachtige Auswahl für euch, aber seht selbst:
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Lana Grossa I Herren Stutzen – Trachten Nr. 9/18 -
Lana Grossa I Kleines Dreieckstuch – Trachten Nr. 9/32 -
Lana Grossa I Dreieckstuch im Rautenmuster – Trachten Nr. 9/24 -
Lana Grossa I Dreiecktuch im Muschelmuster – Trachten Nr. 9/25 -
Lana Grossa I Häkeltuch im Muschelmuster – Trachten Nr. 9/26 -
Lana Grossa I Halstuch – Trachten Nr. 9/16 -
Lana Grossa I Trachtenjacke im Rautenzopfmuster – Trachten Nr. 9/23 -
Lana Grossa I Trachtenjacke im Zopf-Noppenmuster – Trachten Nr. 9/15 -
Lana Grossa I Trachtenjacke aus Kaschmir – Trachten Nr. 9/12 -
Lana Grossa I Trachtenjacke im Zopf-Lochmuster aus Trachten Nr. 9/8 -
Lana Grossa I Trachtenjacke im Blütenmuster aus Trachten Nr. 9/9
Und was wir euch natürlich auch nicht vorenthalten wollen, ist die neue Kollektion von Sandnes Garn. Die Designs sind so gedacht, dass sie sich ganz unterschiedlich tragen lassen – einzeln, im Layering-Look oder kombiniert mit Dingen, die ohnehin schon im Kleiderschrank hängen. Manche Looks sind eher feminin und leicht, andere etwas sportlicher, aber genau das macht die Kollektion so unkompliziert: Man kann sie einfach so stylen, wie es gerade zu einem passt.
Sabines absoluter Favorit ist der Mango Cardigan mit dem passenden Mango Scarf. Für sie steht deshalb schon fest: Das muss diese Saison unbedingt auf die Nadeln.
Und jetzt kommt wieder unsere ganz eigene Strickmathematik ins Spiel. Bei ihrer Nagelqueen hat Sabine nämlich schon die neuen Nagellackfarben für den Herbst entdeckt und was sollen wir sagen: Die passen zu 100 Prozent zum Mango Cardigan.
Damit rechtfertigt die neue Wolle plötzlich auch gleich noch den nächsten Nageltermin. Wenn das keine Win-win-Situation ist, wissen wir auch nicht.
HIER findet ihr auf jeden Fall schon mal die komplette Kollektion. In unserem nächsten Beitrag in zwei Wochen wollen wir euch die Modelle aber noch ganz genau vorstellen.
Bevor wir uns ins Strickwochenende verabschieden, noch eine kurze, aber wichtige organisatorische Info: Ab 01.09. sind unsere Sommeröffnungszeiten erstmal wieder Geschichte und wir haben wieder ganz regulär für euch geöffnet.
Wir freuen uns schon darauf, das eine oder andere bekannte Gesicht wiederzusehen – und natürlich auch auf alle, die zum ersten Mal bei uns im Shop vorbeischauen.
Und für alle, die hier nur digital mit dabei sind: Wir lesen uns in zwei Wochen wieder. Dann schauen wir uns die neue Sandnes Garn-Kollektion noch einmal ganz genau an und haben natürlich noch mehr Strickinspo für den Herbst dabei.

