Es gibt Themen, die sind in der Woll-Welt ungefähr so beliebt wie eine Maschenprobe. Man weiß, sie sind wichtig. Man weiß auch, dass man darüber reden sollte. Aber ein Teil von uns würde trotzdem lieber schnell ein neues Projekt anschlagen und so tun, als wäre nichts.
Heute machen wir es trotzdem.
Es geht um Strickanleitungen. Genauer gesagt darum, warum eine Anleitung nicht automatisch ein Gemeinschaftsgut wird, nur weil man sie einmal gekauft hat. Also ja, wir reden ein bisschen über Copyright. Aber keine Sorge, es wird nicht langweilig.
Na gut, legen wir los: Ein Strickkit besteht nicht nur aus schöner Wolle. Auch wenn wir natürlich verstehen, dass die Wolle meistens die ganze Aufmerksamkeit bekommt. Aber zu einem guten Kit gehört eben auch die passende Anleitung. Und diese Anleitung ist das Werk einer Designerin oder eines Designers. Dahinter steckt nicht nur die romantische Idee von „ich setz mich kurz hin und schreib schnell einen Pullover auf“. Schön wär’s. Hinter einer guten Anleitung stecken Idee, Berechnungen, Größen, Teststricks, Korrekturen, Fotos, Layout, Übersetzungen und vermutlich auch der eine oder andere Moment, in dem das Strickstück vom Desinger oder von der Designerin sehr intensiv angeschaut wird und man sich fragt, warum man sich das eigentlich antut.
Kurz gesagt: Eine Anleitung ist sehr viel Arbeit. Kreative Arbeit. Und die darf etwas kosten.
Natürlich ist es manchmal verlockend, eine Anleitung weiterzugeben. An die Freundin, die Schwester, die Nachbarin oder die nette Dame aus dem Urlaub, die „genau so einen Pullover“ auch machen möchte. Aber gekauft ist gekauft für eine Person. Nicht für die ganze Strickrunde und alle, die zufällig gerade Nadeln in der richtigen Stärke besitzen.
Ja, wir StrickerInnen sind grundsätzlich sehr großzügig. Wir geben Wollreste weiter, verleihen Nadeln, erklären Strickmuster und leisten seelischen Beistand, wenn jemand bei Ärmel Nummer zwei kurz den Sinn des Lebens hinterfragt. Aber bei Anleitungen dürfen wir ruhig ein bisschen weniger großzügig sein. Nicht aus Geiz, sondern aus Fairness. Denn jede Designerin und jeder Designer lebt davon, dass die eigene Arbeit gekauft wird.
Am besten finden wir es grundsätzlich, wenn eine Anleitung also direkt bei den DesignerInnen gekauft wird. Dann bleibt am meisten bei der Person, die die Anleitung entworfen hat. Keine Plattformgebühren, keine Umwege.
Aber wir müssen uns ehrlich sein, Ravelry ist oft einfach praktisch. Wer dort eine Anleitung kauft, kann bei vielen Designs alle verfügbaren Sprachen herunterladen. Kauft man direkt bei DesignerInnen, entscheidet man sich meist für eine Sprache, zum Beispiel Deutsch, und bekommt dann auch nur diese Version. Genau deshalb empfehlen wir in letzter Zeit öfter Ravelry, weil es für viele KundInnen einfach hilfreich ist.
Eine tolle Ausnahme ist PetiteKnit. Sie arbeitet direkt mit Wollgeschäften zusammen, und deshalb haben wir bei uns viele Einzelanleitungen in gedruckter Form im Geschäft. Manche gibt es auch als PDF. Das ist natürlich fein, weil man Wolle und Anleitung gleich gemeinsam mitnehmen kann. Quasi ein kleines Strick-Rundum-sorglos-Paket. Nur ohne Garantie, dass man nicht trotzdem mal auftrennen muss. Wir wollen ja realistisch bleiben.
Und dann gibt es natürlich noch Strickmagazine von Lang Yarns, Lana Grossa und Co. Die sind im Vergleich zu einzelnen Anleitungen oft wirklich relativ günstig. Da bekommt man gleich mehrere Modelle, schön fotografiert und gesammelt in einem Heft. Das ist toll, aber es ist ein ganz anderes System. Große Garnfirmen kalkulieren solche Magazine anders, oft auch als Unterstützung zum Garnverkauf.
Eine einzelne Anleitung einer unabhängigen DesignerIn kann man damit nicht wirklich vergleichen. Nur weil ein Magazin günstig ist, heißt das nicht, dass DesignerInnen ihre Arbeit ebenfalls fast verschenken müssen.
Wir sagen es liebevoll, aber direkt: Wer sich wunderschöne Wolle gönnt, sollte bei der Anleitung nicht plötzlich in den Sparmodus wechseln. Dahinter stehen Menschen, Ideen und viele Stunden Arbeit. Wenn wir möchten, dass es weiterhin schöne, gut geschriebene und besondere Strickanleitungen gibt, dann sollten wir diese Arbeit auch fair bezahlen. AMEN.
Es war uns wirklich ein Anliegen, dieses Thema einmal aufzurollen. Aber jetzt ist auch wieder gut damit. Widmen wir uns wieder den schönen Dingen der Strickwelt: Wolle streicheln, Farben aussuchen und so tun, als hätten wir nicht schon genug Projekte auf den Nadeln.
Die Mulberry Silk von Isager ist eingetroffen und was sollen wir sagen: Sie ist wirklich, wirklich schön.
Mulberry Silk ist ein zartes, spitzenfeines, 2-fädiges Garn aus 100 % Seide und wird vor allem als Beilaufgarn verwendet. Gedacht ist sie für alle Isager Qualitäten und sie macht genau das, was Seide eben so macht: Sie veredelt. Ganz ohne Mühe, aber sehr wirkungsvoll.
In Kombination mit anderen Isager Garnen bekommt jedes Projekt ein bisschen mehr Weichheit, Eleganz und diesen feinen, kühlen Griff. Besonders schön ist sie zu den eher matten Garnen wie Spinni oder Tvinni, die zugegeben ein bisschen nach Steckerleis klingen, aber gestrickt natürlich sehr elegant sind. Auch zu den Sommergarnen von Isager passt sie wunderbar.
Mit Wollgarnen sorgt sie für zusätzliche Weichheit, mit Sommergarnen für mehr Eleganz und Leichtigkeit. Besonders fein können wir sie uns für leichte Kleidungsstücke, Tücher, Schals und auch Babykleidung vorstellen.
Und natürlich sind die ersten dänischen Designerinnen auch schon darauf angesprungen. Das heißt: Es werden bestimmt bald die ersten richtig schönen Anleitungen mit Mulberry Silk auftauchen.
Die neuen Wollen von ITO, die wir euch vor Kurzem vorgestellt haben, sind bei euch wirklich richtig gut angekommen. Und wie soll es anders sein: Kaum erscheint ein neues Strickdesign, ist die passende Wolle natürlich aus. Klassiker.
Die Rede ist vom Ease Tee von Anne Ventzel. Die Originalfarbe haben wir bereits ausreichend vorbestellt und sie wird im Juni wieder verfügbar sein.
Aber ganz ehrlich: ITO hat so viele wunderschöne Farben. Warum wollen eigentlich alle Weiß? Auch schön weiß und aktuell lieferbar wäre zum Beispiel die Lyra Blouse von Aegyoknit. Eine wunderschöne Alternative für alle, die nicht warten wollen.
Auch neu von Aegyoknit ist der Isa Raglan. Und dieser Pulli ist nun wohl der beste Beweis dafür, dass es sich manchmal wirklich lohnt, mit Farbe zu experimentieren. Wie schön kann ein Grün bitte sein?
Weiter geht es mit noch einem echten Hingucker: dem Arrow Tee von Odd Row.
Das T-Shirt wird glatt gestrickt und kann entweder mit einem V-Ausschnitt abgeschlossen oder mit einem höheren Kragen weitergestrickt werden. Also quasi entweder sommerlich locker oder doch etwas eleganter.
Und zum Abschluss noch ein kleines Highlight: das Petra Polo von PetiteKnit. Das finden wir wirklich auch ganz besonders schön. Schlicht, fein, ein bisschen klassisch und trotzdem modern.
Bevor wir uns ins Strickwochenende verabschieden, ein neues Projekt wartet nämlich ganz ungeduldig im Wollkorb, wollen wir euch nochmal kurz auf unsere Öffnungszeiten von Juni bis einschließlich August hinweisen.
In diesen Monaten sind wir so für euch da:
MO, DI, DO & FR: 14.00 bis 18.00 Uhr
SA: 10.00 bis 13.00 Uhr
MI: geschlossen
Genießt das schöne und warme Wochenende und wir lesen uns in zwei Wochen wieder.







