Manchmal liegt die Wolle ganz brav neben uns, bereit, sich in weiche Maschen zu verwandeln. Alles fließt so mühelos, dass wir glauben, wir hätten das Stricken neu erfunden. Und dann gibt es die anderen Tage. Tage, an denen das Garn plötzlich seine eigene Meinung hat. Es kringelt sich, spaltet sich in einzelne Fäden oder weigert sich schlicht, das zu tun, was wir von ihm wollen. Kurz gesagt: die Wolle zeigt sich von ihrer launischen Seite.

Der Grund dafür? Jede Faser hat ihren eigenen Charakter. Manche sind unkompliziert und gleiten förmlich durch die Finger, andere verhalten sich wie kleine Diven, die erst mit viel Geduld und Zuwendung ihr volles Potential preisgeben. Merino schmiegt sich butterweich an, braucht aber eine feste Hand, sonst dehnt es sich bis ins Unendliche. Baumwolle bleibt stoisch in Form, verzeiht aber keine Fehler. Mohair ist eine flauschige Wolke, die uns verliebt seufzen lässt – bis wir einmal versuchen, sie aufzutrennen. Und Leinen, nun ja, das ist am Anfang so stur wie ein alter Gartenschlauch, entwickelt aber mit der Zeit die Sanftheit einer Sommerbrise. Wolle ist eben kein seelenloses Industrieprodukt, sondern ein Material mit Charakter und Eigensinn.

Wenn wir uns darauf einlassen, dann merken wir schnell: die Wolle will nicht gezähmt, sondern verstanden werden. Manchmal hilft es, sie vor dem Stricken ein wenig zu entspannen, die passenden Nadeln zur Hand zu nehmen oder sich mit einer Maschenprobe an ihre Eigenheiten heranzutasten. Vor allem aber hilft Gelassenheit. Denn die meisten Garne legen ihre Sturheit irgendwann ab, sobald sie im Strickstück ihren Rhythmus gefunden haben.

Und neben der sturren Wolle, wären da dann noch die verkehrten Maschen. Wir alle kennen es: rechte Maschen laufen uns wie im Schlaf, sie sind flüssig, gleichmäßig und machen einfach Spaß. Linke Maschen dagegen stören den Flow und lassen das Stricken plötzlich schwerfälliger wirken. Kein Wunder also, dass viele von uns sie nicht gerade zu ihren Lieblingen zählen.

Doch genau an dieser Stelle kommt ein echtes Highlight ins Spiel: die neue Sandnes-Kollektion. Sie macht uns das Strickleben so viel leichter und schöner, dass man sich fragt, warum man nicht immer alles genau so strickt. Ganz im skandinavischen Stil werden alle Modelle nämlich „top down“ gearbeitet also von oben nach unten in Runden.

Das bedeutet: keine einzelnen Teile, die man später mühsam zusammennähen muss, sondern ein durchgehendes Strickvergnügen. Weil man ständig auf der Vorderseite arbeitet, verschwinden die ungeliebten linken Maschen fast komplett von der Bildfläche. Beim Stricken mit vielen Farben ist das sowieso das Größte, man hat so nämlich das schöne Muster immer vor Augen und keine störende Rückseite. Und als wären das nicht schon genug Vorteile, kann man so beim Stricken jederzeit die Länge anpassen – kürzer, länger, so wie es gerade gefällt.

Wir finden die Kollektion diesmal einfach extrem schön. Wirklich jedes einzelne Design ist etwas ganz Besonderes. Da sind richtig edle Teile dabei, die man am liebsten sofort auf die Nadeln nehmen möchte. Und diese Farbkombinationen! So cool, so stimmig – wir könnten uns gar nicht entscheiden, was wir zuerst stricken wollen. Ehrlich gesagt: jedes Mal, wenn wir die Bilder anschauen, sind wir ein Stückchen mehr verliebt.

Solche kleinen Kniffe machen oft den Unterschied und zeigen, dass es beim Stricken manchmal gar nicht auf große Theorie, sondern auf einfache Tricks ankommt. Wir müssen die Wolle nicht bezwingen oder die ungeliebten linken Maschen plötzlich abgöttisch lieben. Viel schöner ist es, mit einem Augenzwinkern an die Sache heranzugehen, die Eigenheiten der Garne kennenzulernen und dabei auf praktische Tipps oder clevere Strickideen zurückzugreifen. Denn gerade diese Mischung sorgt dafür, dass unser Strickleben leichter von der Hand geht und gleichzeitig noch mehr Freude macht.

Ein Projekt, das garantiert Freude macht und auch leicht von der Hand geht, ist die Honey Jacket von unserer liebsten Anne Ventzel – natürlich ebenfalls „top down“ gestrickt. Verarbeitet wird dabei die feine Kombination aus Isager Silk Mohair und Isager Spinni als Beilauffaden. Wir gehören zu den wenigen in Österreich, die Original-Isager-Garne im Sortiment haben. Umso schöner, dass Designerinnen wie Anne Ventzel und Petite Knit diese hochwertigen Schätze immer wieder in ihren Modellen verarbeiten – das macht uns jedes Mal ein kleines bisschen stolz.

Und weil die Designs in diesem Beitrag bisher so traumhaft waren, haben wir noch ein besonderes Schmankerl für euch: Dreamy Knits von Johanna Ekström-Partanen. Ein Strickbuch, bei dem der Name wirklich Programm ist. Darin findet ihr 21 wunderschöne Modelle, inspiriert von Spaziergängen an den Küsten Helsinkis. Die stimmungsvollen Fotos entführen euch nach Suomenlinna – eine Insel mit nordischem Flair, pastellfarbenen Häusern und Meerblick zum Dahinschmelzen.

Nach all den schönen Inspirationen in diesem Beitrag lohnt es sich, schon ein bisschen Vorfreude für zwei echte Highlights einzuplanen. In 14 Tagen stellen wir euch das neue Lana-Grossa-Heft vor, auf das wir seit dem Frühjahr gespannt gewartet haben. Außerdem steht auch das neue Lamana-Heft bereits in den Startlöchern und wird ganz bald vorbestellbar sein.

Bis dahin wünschen wir euch wie immer: Viel Spaß und gutes Gelingen!

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