Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, dass sich Wolle kaufen und Dating wirklich erschreckend ähnlich sind? Nein? Na dann wird’s höchste Zeit, dass wir uns dieser wichtigen Erkenntnis einmal widmen.
In beiden Situationen nimmt man sich vorher meistens sehr vernünftige Dinge vor. Diesmal lässt man sich nicht von Oberflächlichkeiten blenden. Diesmal bleibt man ganz bei sich. Und diesmal wird nicht wieder etwas mitgenommen, nur weil es einen kurz nett angeschaut hat. Man weiß ja inzwischen, was man mag. Glaubt man zumindest.
Beim Dating hat man meistens eine kleine Liste im Kopf. Nicht zu kompliziert. Nicht zu laut. Kein Drama. Bitte verlässlich, lustig und intelligent. Also im Grunde ungefähr die menschliche Version eines pflegeleichten Lieblingspullis. Bei Wolle klingt das dann ganz ähnlich: schlicht, neutral, weich, gut kombinierbar und bitte nichts, das am Ende zwar wunderschön aussieht, aber im Alltag schwierig wird. Eine solide Entscheidung eben. Eine, mit der man sich auch morgen noch wohlfühlt.
Und dann steht man da. Beim Dating vielleicht in einem Café, leicht nervös, aber mit dem festen Vorsatz, ganz entspannt zu bleiben. Was natürlich nie funktioniert, sobald man es sich vornimmt. Oder man steht im Wollgeschäft vor dem Regal, streicht ganz zufällig über ein paar Knäuel und tut so, als hätte man die Lage vollkommen im Griff. In beiden Fällen weiß man: Man sollte jetzt nicht zu schnell urteilen. Aber natürlich tut man es trotzdem. Man ist ja schließlich auch nur ein Mensch mit Augen, Händen und einer gewissen Schwäche für schöne Dinge.
Und dann kommt plötzlich dieses eine Garn daher.
Eigentlich überhaupt nicht das, wonach man gesucht hat. Viel zu bunt, viel zu flauschig und vielleicht auch ein bisschen extravagant. Eines von diesen Garnen, bei denen man im ersten Moment noch ganz sachlich denkt: Schön, aber sicher nichts für mich. Oder eine von diesen Personen, bei denen man sagt: Nett, aber passt nicht zu mir.
Und dann fällt das erste nette Wort, man grinst ein bisschen zu auffällig und plötzlich ist die Sache nicht mehr ganz so eindeutig.
Man wollte ja nur kurz schauen. Nur kurz fühlen. Ganz unverbindlich natürlich. Ein kleines Kennenlernen im Vorbeigehen. Keine großen Absichten. Wirklich nicht. Und fünf Minuten später tut man so, als müsse man gemeinsam die Welt erkunden. Oder zumindest einmal quer durchs Wollgeschäft spazieren.
Im Falle des Wollknäuels legt man es an dieser Stelle nochmal kurz ins Regal zurück, weil man ja erwachsen ist und theoretisch vernünftige Entscheidungen treffen kann. Dann geht man nochmal eine kleine Runde. Schaut sich andere Garne an. Vergleicht. Tut beschäftigt. Greift vielleicht zu einem sehr soliden Beige, nur um sich selbst zu beweisen, dass man noch Kontrolle über die Situation hat.
Und dann landet man trotzdem wieder genau vor demselben Knäuel.
Das ist dann ungefähr der Moment, in dem man merkt: So unverbindlich ist das hier vielleicht doch nicht mehr. Man will es sich noch nicht ganz eingestehen, aber eigentlich ist man längst einen Schritt weiter. Im Kopf entstehen schon erste Pläne. Vielleicht ein Tuch. Vielleicht ein Pulli. Vielleicht etwas, das man gar nicht gebraucht hätte, aber jetzt plötzlich sehr dringend braucht. So ist das eben manchmal mit den großen Gefühlen.
Aber seien wir ehrlich: Wolle muss, ähnlich wie manche Begegnungen, nicht immer auf den ersten Blick in den Plan passen. Manchmal ist es gerade das Unerwartete, das hängen bleibt. Die Farbe, die man sonst nie nimmt. Die Qualität, die man eigentlich nur einmal kurz angreifen wollte. Das Knäuel, das man nicht gesucht hat und das plötzlich sehr überzeugend so tut, als hätte es schon immer zu einem gehört.
Natürlich gibt es auch die sehr vernünftigen Entscheidungen. Die Garne, bei denen alles passt. Farbe gut. Material gut. Anleitung auch machbar. Das ist dann quasi das Date, bei dem man sagt: Sehr nett, sehr passend, meine Mutter wäre begeistert. Und manchmal ist genau das wunderbar.
Aber manchmal braucht es eben auch dieses kleine Kribbeln. Dieses: Ich weiß noch nicht genau, was daraus wird, aber ich möchte es jetzt gerade nicht wieder hergeben. Und ganz ehrlich: Die besten Geschichten beginnen selten mit absoluter Vernunft. Weder beim Dating noch beim Stricken.
Wobei Wolle einen immerhin nicht ghostet. Das muss man ihr schon lassen.
Bei uns im Laden passiert das jedenfalls öfter, als man glaubt. Da kommen Menschen mit ganz klaren Vorstellungen herein und gehen mit einem Garn hinaus, das ursprünglich wirklich nicht vorgesehen war. Aber was soll man sagen: Ein bisschen verlieben darf man sich schon noch.
Und wir wären natürlich nicht wir, wenn wir jetzt nicht noch ein paar richtig schöne neue Strickinspirationen in petto hätten, in die ihr euch direkt ein kleines bisschen schockverlieben könnt.
Starten wir mit Curly Cotton von Gepard Garn. Leute, Curly Cotton hat uns den Kopf verdreht. Es ist ein einzigartiges, spannendes und unglaublich leichtes Bouclé-Garn, das hauptsächlich aus Baumwolle und Seide besteht und sich durch eine wunderschöne, unverwechselbare Struktur auszeichnet. Wow, die rosarote Brille merkt man wirklich kaum.
Damit diese kleine Love Story auch echte Zukunftschancen hat, haben wir natürlich gleich noch eine passende Strickidee dazu: das Plain Yoke Tee 19 von Le Knit. Ein schlichtes, schönes Shirt, das ihr wunderbar aus der Curly Cotton stricken könnt.
Dann wäre da auch noch das Plain Yoke Tee 20, ebenfalls ein wunderschönes Strickprojekt aus der Line von Sandnes Garn.
Jetzt wollen wir euch noch kurz etwas erzählen, das aber vorerst wirklich unter uns bleiben sollte. Sabine ist aktuell nämlich auch mal wieder verliebt (angefixt von einer Ladenkundin). In wen oder was? In das SABAI Top vonPaula-m, das sie sich gerade doppelfädig aus der Jaipur Peace Silk strickt. Natürlich in Schwarz, eh klar.
Und was sollen wir sagen: Das sieht uns auf jeden Fall nach einem ziemlich guten Fang aus.
Passend dazu haben wir euch noch ein paar Strickkits zusammengestellt, die gerade richtig gut in die Saison passen. Ein paar davon sind ideal für die Übergangszeit, wenn es morgens und abends noch etwas frischer ist, andere gehen schon deutlich mehr in Richtung Sommer und lassen sich wunderbar leicht kombinieren. Von feinen Cardigans bis zu unkomplizierten Shirts ist also einiges dabei, das Lust auf ein neues Projekt macht, ohne dass man lange überlegen muss.
Zum Abschluss müssen wir noch kurz etwas Organisatorisches mit euch besprechen. Ihr wisst schon, so wie es auch in Beziehungen manchmal diese ernsten Gespräche gibt, die man nicht ewig vor sich herschieben kann. Aber keine Sorge, ganz so dramatisch wird es nicht. Aber wichtig ist es trotzdem, damit ihr wisst, wann ihr uns in den nächsten Monaten im Laden besuchen könnt.
Von Juni bis einschließlich August passen wir nämlich unsere Öffnungszeiten ein bisschen an den Sommer an. In diesen Monaten sind wir zu folgenden Zeiten für euch da:
MO, DI, DO & FR: 14.00 bis 18.00 Uhr
SA: 10.00 bis 13.00 Uhr
MI: geschlossen
War halb so schlimm, oder? Dann verabschieden wir uns für heute von euch, wünschen euch ein schönes, entspanntes Strickwochenende und freuen uns, wenn wir uns in zwei Wochen wieder zu einem weiteren kleinen Date hier treffen.









