Es gibt diesen Satz, den wir StrickerInnen eigentlich ziemlich oft aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis hören: „Ich würde ja so gern stricken, aber ich habe einfach keine Zeit.“
Und ja, das klingt erst einmal ziemlich nachvollziehbar. Der Alltag ist schließlich selten so freundlich, einem plötzlich zwei ruhige Stunden auf dem Silbertablett zu servieren. Meistens kommt er eher mit Wäsche, Terminen, Nachrichten, einem leeren Kühlschrank und diesem einen Ding ums Eck, das man eigentlich schon gestern erledigen wollte. Sehr aufmerksam von ihm, wie immer.
Gefühlt warten wir beim Handarbeiten oft auf diesen einen richtigen Moment, der im echten Leben eigentlich gar nicht so oft vorkommt. Diesen perfekten Moment mit Kaffee, Kerzen, gemütlicher Couch, völliger Ruhe und dem Gefühl, jetzt beginne gleich eine kleine Auszeit wie aus dem Wohnmagazin. Schön wäre das ja schon. Nehmen wir natürlich sofort. Das Problem ist nur: Wenn Stricken erst dann stattfinden darf, wenn alles erledigt ist, können wir es eigentlich gleich vergessen.
Dabei muss es gar nicht immer ein großer Strickabend sein. Manchmal sind es nur ein paar Maschen zwischendurch. Zwei Reihen nach dem Mittagessen. Ein kleines Stück am Abend, bevor man doch wieder am Handy landet und sich durch Dinge scrollt, die einem weder Freude noch neue Socken bringen. Einfach fünf Minuten, die irgendwo im Alltag Platz finden und bei denen man plötzlich merkt: Genau die habe ich jetzt gebraucht.
Das klingt vielleicht unspektakulär, aber genau darin liegt etwas Schönes. Handarbeiten schummelt sich in den Tag hinein. Zwischen Terminen und To-do-Listen. Nicht perfekt geplant, aber ziemlich wirksam. Denn Masche für Masche entsteht etwas, das bleibt. Sichtbar, greifbar, nicht weggeswiped und nicht irgendwo im digitalen Nirgendwo verschwunden. Ein Moment, der nicht produktiv sein muss und es am Ende trotzdem irgendwie ist.
Vielleicht geht es also gar nicht darum, plötzlich unendlich viel Zeit für ein neues Hobby zu haben. Vielleicht geht es eher darum, es sich ein bisschen leichter zu machen. Das Strickzeug liegt griffbereit, wenn gerade ein paar Minuten frei werden. Nicht irgendwo ganz hinten im Schrank, sondern dort, wo man es sieht und denkt: Ach komm, eine Reihe geht sich aus.
Fünf Minuten sind kein lächerlicher Anfang. Zwei Maschen sind nicht nichts. Eine Reihe zählt. Auch wenn es langsam geht. Denn ein Strickstück darf wachsen, wie es eben wächst. Manchmal auch mit kleinen Pausen dazwischen, weil das Leben nicht immer brav daneben sitzt und wartet.
Also, falls sich jemand angesprochen fühlt: Man braucht nicht den perfekten Moment, um anzufangen. Ein Knäuel, Nadeln und ein bisschen Erlaubnis an sich selbst reichen oft schon. Der Rest kommt dann nach und nach. Nicht immer schnell, nicht immer ordentlich, manchmal mit kleinen Umwegen. Aber ganz ehrlich: Das sind meistens sowieso die besseren Geschichten.
Passend zum Thema haben wir natürlich auch wieder das eine oder andere Strickprojekt für euch in unseren Webshop gepackt. Projekte für zwischendurch, für kleine freie Momente und für alle, die sich jetzt vielleicht doch endlich aufraffen wollen, weil man ja offenbar nicht gleich sein ganzes Leben dafür opfern muss.
Und dann gibt es natürlich auch noch Projekte für diejenigen, die längst wissen, wie das endet: Man fängt mit einer Reihe an, ist plötzlich voll im Strickfieber und stellt irgendwann fest, dass man sein Leben diesem Hobby vielleicht doch sehr bereitwillig überlassen hat.
Starten wir mit dem COZYMIO Twilly von Atelier vH. Das ist wirklich ein Projekt für zwischendurch. Für dieses Projekt kann man nämlich wunderbar ein übrig gebliebenes Knäuel Cashmere verwenden. Also eines von diesen besonderen Knäueln, die man aufhebt, weil sie viel zu schön sind, um einfach irgendwo zu verschwinden.
Aus nur einem weichen Knäuel Cashmeregarn entsteht mit dieser Anleitung ein schmaler Schal mit edlem Flausch. Das Tuchist ein warmer Halsschmeichler und gleichzeitig ein feines Accessoire, das jedes Outfit ein kleines bisschen kuschliger macht.
Gestrickt wird im klassischen Rippenmuster, kombiniert mit einem zarten Lochmusterrand. Dadurch sieht das Tuch von beiden Seiten schön harmonisch aus und bekommt genau diese Mischung aus schlicht, edel und angenehm weich.
Dann geht es gleich weiter mit dem COZYMIO. COZYMIO ist ein sogenanntes mindless knitting project, also genau die Art von Projekt, bei dem die Hände nach kurzer Zeit fast von selbst wissen, was zu tun ist. Das Muster ist eingängig, die Maschen finden schnell ihren Rhythmus und man kann wunderbar Reihe für Reihe vor sich hinstricken.
Wenn das nicht nach dem perfekten Projekt für schnelle fünf Minuten zwischendurch klingt, dann wissen wir ehrlich gesagt auch nicht.
Für alle unter uns, die sich mit Strickanleitungen manchmal ein bisschen schwertun und bei denen es gar nicht erst zu den ersten zwei Reihen kommt, weil schon die Anleitung mehr Fragen aufwirft als beantwortet, empfehlen wir gerne PetiteKnit.
Die Anleitungen sind meist sehr genau und verständlich beschrieben, sodass man nicht stundenlang darüber grübeln muss, was die nächsten Maschen wohl von einem wollen. Und genau das kann gerade am Anfang unglaublich helfen. Denn wenn man nicht schon beim Lesen der Anleitung gedanklich aussteigt, ist das ja schon einmal die halbe Miete.
Und jetzt kommen natürlich auch noch ein paar Strickprojekte für all jene unter uns, die sich dem Stricken bereits voll und ganz hingegeben haben. Also für die, die nicht mehr überlegen, ob sie anfangen sollen, sondern höchstens, welches Projekt sie als Nächstes anschlagen, während eigentlich noch drei andere auf den Nadeln sind.
Und nur damit das klar ist: Wir möchten hier natürlich keine Wertung vornehmen. Klein anfangen ist wunderbar. Diese Kategorie richtet sich einfach an jene Menschen, die mit ziemlicher Sicherheit schon alle existierenden Tücher gestrickt haben, bei Tops nicht mehr nervös werden und bei neuen Projekten eher „Oh schön“ als „Oh Gott“ denken.
Na gut, das war es dann auch schon wieder von unserer Seite. Wir hoffen, es war das eine oder andere Strickprojekt für euch dabei. Und vielleicht fühlt sich jetzt ja auch jemand angesprochen, der bisher immer gesagt hat: „Ich würde ja gern, aber ich habe einfach keine Zeit.“
Vielleicht muss es nämlich gar nicht immer so viel Zeit sein. Manchmal reicht es schon, das Strickzeug griffbereit zu haben und zwischendurch ein paar Maschen zu stricken. Der Rest ergibt sich dann meistens eh von selbst.
Wir wünschen euch in diesem Sinne mal wieder ein erfolgreiches Strickwochenende und lesen uns in zwei Wochen wieder. Bis dahin: Legt euch das Strickzeug ruhig irgendwo hin, wo ihr es seht. Man weiß ja nie, wann sich eine Reihe ausgeht.
PS: Hier auch noch einmal unsere geänderten Öffnungszeiten von Juni bis einschließlich August:
MO, DI, DO & FR: 14.00 bis 18.00 Uhr
SA: 10.00 bis 13.00 Uhr
MI: geschlossen






