Liebe Strickerinnen, wir müssen jetzt ganz stark sein. Wir sind uns nämlich inzwischen sicher, dass der Wollvirus existiert. Medizinisch ist das natürlich in keiner Fachzeitschrift belegt, aber ganz ehrlich: Nach allem, was wir Tag für Tag beobachten, braucht es auch gar keine Studie mehr. Wir trauen uns auch zu behaupten, dass ihr uns spätestens nach diesem Text zustimmen werdet.
Nun aber erstmal zu den Fakten. Das Virus verbreitet sich relativ unspektakulär. Es braucht keinen direkten Körperkontakt, keine dramatischen Umstände. Es reicht, etwas zu sehen.
Einen Schal, der unglaublich kuschelig aussieht, einen Pullover, bei dem man plötzlich den Zwang verspürt, willkürlich über den Ärmel streichen zu müssen. Ein Tuch, das jemand ganz selbstverständlich mit „Ja, habe ich selbst gemacht“ kommentiert. Und genau da passiert es.
Man schaut ein bisschen zu lange hin. Man will plötzlich wissen, welche Wolle das ist. Ob das schwierig war. Wie lange das gedauert hat. Und während man noch sagt: „Wahnsinn, das könnte ich nie“, hat das Wollvirus längst zugeschlagen.
Es ist übrigens nicht nur das Stricken selbst, das ansteckt. Es ist auch dieses Gefühl dahinter. Dieses Selbstbewusstsein. Dieses Wissen, dass aus einem Knäuel wirklich etwas Tragbares entstanden ist. Und plötzlich will man das auch. Nicht irgendwann, sondern jetzt.
Danach verläuft die Infektion meist in Phasen. Zuerst kommt die harmlose Neugier. Man probiert „nur mal kurz“. Schlägt ein paar Maschen an. Ist überzeugt, dass das nichts wird. Und dann wächst da tatsächlich plötzlich etwas zwischen den Nadeln. Nicht perfekt, aber eindeutig selbstgemacht. Und mit jeder Reihe breitet sich das Virus nun weiter aus.
Die Symptome sind eindeutig: Es befällt die Gedanken und Träume. Man beginnt, Garne zu vergleichen. Man hat plötzlich eine Meinung zu Nadelstärken. Man entdeckt, dass es Strickkits gibt, bei denen gleich alles im Paket kommt, und ist begeistert davon. Man sagt Sätze wie: „Das sind aber saubere, gleichmäßige Maschen.“ Und meint es wirklich vollkommen ernst. Plötzlich führt man auch Gespräche über Strickanleitungen und tut so, als wären das die ganz normalen Themen.
Das Heimtückische daran? Man kann nichts dagegen tun. Das Wollvirus ist hochgradig ansteckend. Ein einziges schönes Strickstück reicht, um selbst zur Überträgerin zu werden. Man trägt den fertigen Schal. Jemand sieht ihn. Fragt. Fasst an. Und dann sagt man diesen folgenschweren Satz: „Probier’s doch einfach mal.“ Ganz unschuldig natürlich.
So wandert das Virus weiter. Von einer Person zur nächsten, von Generation zu Generation. Und wer uns das jetzt noch immer nicht glaubt – wir würden so etwas nicht einfach behaupten, wenn wir nicht handfeste Beweise dafür hätten.
Stellt euch vor: Drei Generationen, verstreut zwischen Tirol und Burgenland. Zweimal im Jahr besuchen uns Schwiegertochter und Enkelin gemeinsam mit der Tiroler Schwiegermama/Oma bei uns im Laden. Es werden Projekte besprochen, Farben aneinandergehalten und Strickpläne für die nächsten Monate geschmiedet. Und wenn gerade kein Besuch ansteht, bestellt die Jüngste ganz selbstverständlich bei uns im Webshop.
Stricktechnisch hat die dritte Generation inzwischen alle überholt. Mit beeindruckender Selbstverständlichkeit strickt sie mittlerweile dänische Designs, bei denen jede Masche sitzt. Man sieht sofort: Hier wurde nicht nur angesteckt, sondern sogar eine neue Virusvariante entwickelt.
Am meisten berührt hat uns aber die Geschichte der Schwiegertochter/Mama. Ihre Mutter hat schon gestrickt, als sie noch ein Kind war, auch um die Familie zu ernähren. Es gab keinen Tag ohne Strickzeug in ihrer Hand. Später kamen leider gesundheitliche Probleme, die das Stricken fast unmöglich machten – ein Albtraum für jede Stickerin.
Und dann fiel dieser eine Satz, der uns alle ganz emotional machte: Sie freue sich nämlich immer schon aufs Schlafengehen, weil sie dann vom Stricken träumen könne.
Wir finden, mehr Beweise braucht es eigentlich nicht mehr. Und weil sich dieses Wollvirus so zuverlässig verbreitet, haben wir natürlich schon für Nachschub gesorgt.
Also gut, legen wir los. Da wäre zum Beispiel der Pierre Cardigan, sozusagen die Schwester vom Pierre Sweater. Und wir sagen es, wie es ist: Das ist genau so ein Strickstück, das ansteckt. Eines von denen, das man sieht, kurz mit offenem Mund bestaunt und plötzlich Maschen anschlagen möchte.
Was hier natürlich nicht fehlen darf, sind die Strick-OGs schlechthin: Socken. Kaum ein Projekt hat wohl schon so viele infiziert. Auch wenn wir sie nicht unbedingt als erstes Anfängerprojekt empfehlen würden, landet man erstaunlich schnell genau dort. Deshalb müssen wir euch die neuen Sockengarne zeigen.
Besonders cool finden wir die Woolycell Duo Meilenweit, bei der Lyocell, also eine Faser auf Cellulose-Basis, statt Polyamid verwendet wird.
Falls ihr euch jetzt denkt: Na gut, jetzt kommt eh der Frühling, da ist die Hochsaison für das Wollvirus wahrscheinlich vorbei, dann müssen wir euch leider auf den Boden der Realität zurückholen. Ganz so einfach kommt man da leider nicht davon.
Schaut euch diese wunderschönen, leichten Pullis an. Modelle, die perfekt für die Übergangszeit sind, angenehm zu tragen, nicht zu warm, nicht zu kühl und genau deshalb so trügerisch.
Nun fragt ihr euch vielleicht, ob man dieses Wollvirus irgendwie erträglicher machen kann. Ganz los wird man es vermutlich nicht, aber man kann definitiv besser damit umgehen.
Unsere ganz pragmatische Empfehlung: die Tote Bag von Isager. Denn wenn sich Projekte, Garne und spontane Wollkäufe ohnehin nicht vermeiden lassen, sollte man sie wenigstens stilvoll und bequem von A nach B tragen können.
Wir wollen euch natürlich nicht völlig überfordern, deshalb wars das heute erstmal von unserer Seite. Wir lesen uns in zwei Wochen wieder mit neuen Projekten und frischen Ideen. Bis dahin wünschen wir euch viele schöne Strickmomente und ganz viel Erfolg.






