Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr seit Wochen oder Monaten eine Serie gesuchtet habt, euch jeden Tag ein bisschen darauf gefreut habt, wie es weitergeht und dann ist sie plötzlich da, die letzte Folge? Abspann. Ende. Ihr sitzt auf der Couch und denkt euch: Okay, was soll ich jetzt mit meinem Leben anfangen?
Ein bisschen übertrieben vielleicht. Aber irgendwie auch komplett real.
Wir StrickerInnen kennen dieses Gefühl übrigens nicht nur von Serien, die uns komplett vereinnahmt haben, sondern auch von unseren Strickprojekten. Oder besser gesagt von den Momenten nach dem Strickprojekt. Nach dem Abketten.
Da ist man also endlich fertig. Die letzten Maschen gestrickt, den Faden durchgezogen und dann liegt es da. Meistens wirklich richtig schön geworden, keine Frage. Man ist auch ein bisschen stolz. Zurecht natürlich. Und trotzdem schleicht sich ziemlich schnell dieses komische Gefühl ein. So eine leise Leere. Ganz ähnlich wie nach der letzten Folge einer Serie, wenn man plötzlich nicht mehr weiß, was man jetzt eigentlich mit sich und seiner Zeit anfangen soll.
Und dann passiert’s. Man steht auf, läuft ein bisschen ziellos durch die Gegend, schaut nochmal auf das fertige Strickstück, legt es wieder hin und entscheidet sich im Zweifel sogar doch noch dafür, es zu blocken – einfach, damit man irgendwas zu tun hat.
Aber seien wir ehrlich: Das hält nicht lange. Irgendwo zwischen „ich schau nur nochmal kurz“ und „eigentlich bin ich ja fertig“ taucht dieser ganz klare Gedanke auf: Ich brauch ein neues Strickprojekt, aber sofort.
Und genau hier, an diesem Punkt im Leben einer Strickerin, kommen wir ins Spiel.
Weil ganz ehrlich, wir sind manchmal schon ein kleines bisschen wie Therapeutinnen für Menschen, die mit ihrem Strickprojekt fertig sind und nicht mehr wissen, wohin mit sich.
Dann kommt man zu uns in den Laden, zeigt das fertige Stück noch kurz voller Stolz her und sagt im nächsten Moment: „Also ich bin fertig und jetzt hab ich keine Ahnung, was ich machen soll.“
Genau in dieser Situation können wir tatsächlich sehr viel Empathie und Verständnis aufbringen. Genau das, was man in diesem Moment auch einfach braucht.
Sobald man sich dann wieder ein bisschen gefangen hat und nachdem man vielleicht ganz kurz in ein kleines bisschen Selbstmitleid versunken ist (gehört irgendwie dazu), beginnen wir langsam damit, an der Lösung des Problems zu arbeiten. Da werden vorsichtig erste Projekt-Vorschläge gemacht, Wollknäuel in die Hand gedrückt und – ganz wichtig – auch mal kurz an die Wange gehalten.
Dieser Teil kann erfahrungsgemäß ein bisschen dauern. Aber keine Sorge, genau dafür sind wir ja da, um euch in dieser anspruchsvollen Zeit zu begleiten. Mit ein bisschen Augenzwinkern, versteht sich hoffentlich von selbst.
Und dann passiert es plötzlich: Man hält genau die Wolle in der Hand, die einem dieses Gefühl der Leere endlich wieder abnimmt. Man weiß auf einmal ganz genau, was daraus werden soll und wie die nächsten Abende aussehen werden.
Wir wollen natürlich immer das Beste für euch und vielleicht können wir euch dieses kleine „Und jetzt?“-Gefühl beim nächsten Mal ja ein bisschen ersparen.
Deshalb haben wir schon mal mitgedacht. Damit ihr gar nicht erst in die Situation kommt, in der ihr plötzlich nicht mehr wisst, wohin mit euch, wollen wir euch heute eine ganz tolle Strickdesignerin und ihre Designs vorstellen. Designs, bei denen man sich ruhig schon ein bisschen umschauen und vielleicht sogar schon entscheiden darf, bevor das aktuelle Strickprojekt überhaupt fertig ist.
Die Rede ist von Elenor Mortensen, bei der die Leidenschaft fürs Stricken schon ziemlich früh begonnen hat. Mit gerade einmal acht Jahren hat ihr ihre Großmutter das Stricken beigebracht und irgendwie ist sie seitdem dabei geblieben.
Zuerst hat sie Pullover für sich selbst entworfen und gestrickt, später dann auch für ihre ganze Familie. Ihre Designs entstehen dabei ganz aus ihrem eigenen Geschmack heraus, vor allem Farb- und Musterkombinationen haben es ihr besonders angetan und ziehen sich durch viele ihrer Entwürfe.
Durch ihre Arbeit als Handarbeitslehrerin an einer Waldorfschule wurde das Interesse an ihren Designs immer größer. Irgendwann war klar: Das bleibt nicht nur für den Eigengebrauch, und so hat sie vor ein paar Jahren begonnen, ihre Anleitungen zu verkaufen.
Wenn ihr Designs von Elenor Mortensen stricken möchtet, kommt ihr an den SINGLES von LITLG eigentlich kaum vorbei. Wir haben hier vor kurzem wieder einige neue Farben ins Sortiment aufgenommen und gleichzeitig unsere Dauerbrenner aufgestockt.
Und ja, vielleicht haben wir im letzten Artikel ein bisschen zu früh gesagt, dass der Frühling endlich da ist. Jetzt hat uns der Winter nämlich nochmal kurz eingeholt. Aber ganz ehrlich, so schlimm ist das gar nicht. So können wir euch wenigstens noch ganz passend unsere neuen Strickkits für die kälteren Tage mitgeben.
Passend zu den kälteren Temperaturen haben wir zum Abschluss auch noch richtig süße Babydecken von Lang Yarns für euch.
Und wie das bei solchen Projekten so ist – man kann sie natürlich auch einfach größer stricken und für Erwachsene machen. Dauert vielleicht ein bisschen länger, aber der Kuschelfaktor bleibt derselbe.
Das war’s dann erstmal für heute.
Wir hoffen, wir konnten die eine oder andere von euch vor dieser inneren Leere nach dem fertigen Strickprojekt bewahren oder dass ihr euch zumindest ein bisschen erleichtert fühlt, weil ihr nun wisst, dass ihr mit diesem Gefühl nicht alleine seid.
Und falls es euch doch erwischt: Wir sind da und begleiten euch gerne durch diese schweren „Was mach ich jetzt?“-Momente.
Bis dahin, gutes Gelingen und wir lesen uns in zwei Wochen wieder.
















