Oder: Wie eine einzige Masche einen gemütlichen Abend ruinieren kann.
Stell dir vor, du sitzt gemütlich auf dem Sofa, hast eine Tasse Kaffee neben dir stehen, vielleicht noch Kerzen angezündet und bist gerade so richtig schön im Strickfluss. Die Maschen fliegen nur so über die Nadeln. Nebenbei läuft vielleicht deine Lieblingsserie oder dein Lieblingspodcast und du denkst dir ganz euphorisch: Heute geht aber wirklich etwas weiter!
And then it happens.
Dein Blick bleibt an einer Stelle hängen. Du schaust genauer hin. Zählst nach. Drehst das Strickstück ins Licht. Zählst sicherheitshalber noch einmal. Und da ist er. Der Fehler.
Natürlich nicht in der letzten Reihe. Das wäre ja viel zu einfach. Nein, ganze 15 Reihen weiter unten. Dort, wo man ihn wirklich gar nicht brauchen kann.
Herzlichen Glückwunsch! Du befindest dich ab sofort in Phase 1 eines emotionalen Ausnahmezustands.
Phase 1: Verleugnung
„Das sieht doch später kein Mensch!“
Erst einmal Ruhe bewahren. Vielleicht ist es gar kein Fehler? Vielleicht gehört das zum Muster? Vielleicht ist das sogar eine besonders fortgeschrittene Stricktechnik, von der wir bisher noch nichts wussten?
Wir halten das Strickstück etwas weiter weg. Drehen es nach links, nach rechts und betrachten es aus sicherer Entfernung. Also eigentlich sieht man da wirklich nichts. Zumindest bei gedimmtem Licht und mit ausreichend Abstand.
Blöd nur, dass unser Blick ab sofort ausschließlich auf dieser einen Masche landet.
Phase 2: Wut
„Warum passiert mir das IMMER?“
Die Verleugnung hat nicht funktioniert. Jetzt muss jemand verantwortlich gemacht werden.
Die Anleitung war unverständlich. Das Licht eine Zumutung. Und diese Nadeln waren sowieso schon länger verdächtig.
Aber der Hauptschuldige sitzt vermutlich direkt neben uns auf dem Sofa. Unser Partner. Der hatte nämlich vor genau 15 Reihen die Frechheit, uns eine völlig unnötige Frage zu stellen. Während wir gestrickt haben!
Was genau er gefragt hat, wissen wir nicht mehr. Spielt auch überhaupt keine Rolle. Aber wir wissen nun zumindest, auf wen wir wütend sein können.
Phase 3: Verhandeln
„Vielleicht kann ich das irgendwie retten.“
Nachdem wir die Schuldfrage geklärt haben, wird es Zeit für kreative Lösungen.
Vielleicht lässt sich die Masche ein bisschen zurechtziehen? Vielleicht verschwindet der Fehler beim Waschen? Oder wir erklären ihn einfach zum individuellen Designelement. Handarbeit darf schließlich Charakter haben.
Zur Sicherheit holen wir noch eine zweite Meinung ein.
„Du, fällt dir hier irgendwas auf?“
„Nein, wieso?“
Perfekt! Genau diese Antwort wollten wir hören. Warum wir sie trotzdem nicht glauben? Gute Frage.
Phase 4: Verzweiflung
„Ich fang jetzt sicher nicht noch einmal an!“
Jetzt kommt die bittere Erkenntnis. Wenn der Fehler weg soll, müssen wir auftrennen.
15 Reihen. FÜNFZEHN!
Wir rechnen kurz aus, wie viele Stunden unseres Lebens wir damit verlieren würden. Gleichzeitig überlegen wir, ob Töpfern nicht vielleicht das entspanntere Hobby wäre.
Das Strickstück fliegt zurück in die Strickkiste. Schluss für heute. Vielleicht sogar für immer. Fünf Minuten später schauen wir aber natürlich wieder nach.
Man wird ja wohl noch hoffen dürfen, dass sich das Problem inzwischen von selbst erledigt hat. Überraschung: Hat es nicht.
Phase 5: Akzeptanz
„Na gut. Dann eben noch einmal.“
Irgendwann ist der Ärger verschwunden und wir haben uns wieder einigermaßen beruhigt.
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten.
Entweder wir beißen in den sauren Apfel, trennen auf und stricken die Reihen noch einmal. Diesmal natürlich hoch konzentriert. Keine Gespräche, keine Ablenkung und der Partner bekommt vorsichtshalber Redeverbot.
Oder wir lassen die Masche einfach so, wie sie ist. Schließlich ist das Handarbeit und keine industrielle Massenproduktion.
Denn ganz ehrlich: Manchmal darf ein Strickstück auch ein bisschen unperfekt sein.
Und was lernen wir daraus?
Ganz einfach: Mach keine Strickfehler!
Okay, bleiben wir realistisch. Strickfehler gehören leider einfach dazu. Auch wenn wir das nur ungern zugeben.
Manchmal trennen wir auf. Manchmal drücken wir ein Auge zu.
Am Ende ist es doch nur eine Masche. Kein Weltuntergang. Außer natürlich, sie sitzt mitten auf der Vorderseite unseres neuen Lieblingspullovers. Dann ist die Sache selbstverständlich etwas ernster.
Und was hilft am besten gegen den Frust über einen Strickfehler? Richtig, ein neues Projekt! Wie wäre es mit einem kuscheligen Poncho? Wir hätten da ein paar Ideen …
Aber bevor wir euch unsere Poncho-Strickkits zeigen, gibt es noch eine kleine Geschichtsstunde. Keine Sorge, wir halten uns kurz!
Vom Regenschutz zum Modestatement
Wusstet ihr, dass der Poncho ursprünglich aus Südamerika stammt? Schon vor Jahrhunderten trugen ihn die indigenen Völker der Anden als Schutz vor Kälte und Regen.
Das Prinzip war denkbar einfach: Ein großes Stück Stoff, ein Loch für den Kopf und fertig! Manchmal sind die einfachsten Ideen eben die besten.
Mittlerweile hat der Poncho eine beachtliche Karriere hingelegt. Vom praktischen Schutzgewand bis auf die Laufstege. Und das völlig zu Recht! Schließlich ist er bequem, praktisch und sieht auch noch richtig gut aus.
Genug Geschichte für heute. Hier kommen unsere liebsten Poncho-Strickkits.
HERE findest du alle Ponchos. Und wer jetzt glaubt, dass es bei den Ponchos bleibt, kennt uns noch nicht besonders gut.
Wenn wir nämlich so in unsere Strickkisten schauen, finden wir da auch noch die eine oder andere Haubenwolle.
Bei Sabine wartet der Brushed Loop Hat in blitzblau als UFO auf seine Fertigstellung. Und bei Evelyn? Da liegt die Wolle für eine Haube auch schon bereit im Strickkorb. Angeschlagen wurde allerdings noch nichts, weil gerade ein ganz anderes Projekt auf den Nadeln ist. Aber man kann das nächste Projekt schließlich nicht früh genug planen, oder?
How about this Norma Beanie? Vielleicht sogar passend zum Norma Poncho? Wir meinen ja nur.
Und dann gäbe es da noch ein zwei andere Designs, die uns wirklich gut gefallen. Die Entscheidung wird also nicht unbedingt leichter. Aber Hauben kann man, genau wie Schals, sowieso nie genug haben!
Aber nicht nur wir Strickerinnen brauchen gestrickte Outfits und Accessoires. Natürlich müssen auch unsere Fellkinder entsprechend ausgestattet werden!
Für die stricken wir übrigens besonders gerne. Die fragen nämlich nicht ständig nach selbstgestrickten Geschenken. Wer unseren letzten Beitrag gelesen hat, weiß, wovon wir sprechen.
Sabine sieht ihre süße Karla jedenfalls schon im Molly Max vor sich.
Und wo wir gerade bei Karla sind: Der kleinen Fellnase geht es ausgezeichnet! Sie ist mittlerweile den vierten Monat bei Sabine und ihrem Mann und hat aus der einstigen Bewegungslegasthenikerin eine richtig fleißige Wanderin gemacht. Karla aus Sabine falls das nicht ganz klar war 😉



Aber wenn man schon ständig durch die Gegend marschiert, möchte man dabei natürlich auch gut aussehen! Da kommt der Ellie Shawl gerade recht. Ein super Begleiter für ausgedehnte Waldspaziergänge mit Karla.
Jetzt haben wir noch zwei Pullover für euch, die für kalte, nasse Waldspaziergänge vielleicht ein bisschen zu zart sind. Aber zum Glück gibt es ja auch noch andere Gelegenheiten, bei denen die beiden ihren großen Auftritt haben können.
Und zum Abschluss darf natürlich auch ein Blick auf die Sandnes-Kollektionen nicht fehlen!
Besonders beliebt ist aktuell der Junia Sweater. Aber auch zwei Riley Pants sind bei euch bereits auf den Nadeln. Da sind wir natürlich schon gespannt auf die fertigen Stücke!
Außerdem ist die neue Sandnes-Kollektion Norsk Ikoner mit traditionellen norwegischen Mustern erschienen. Da sind wieder einige wunderschöne Designs dabei, die unsere Strickliste verdächtig schnell wachsen lassen! Sabines absoluter Favorit dieser Kollektion ist der Rose Sweater.
Die gesamte Kollektion findet ihr HERE.
Jetzt aber genug von uns! Wir entlassen euch ins wohlverdiente Strickwochenende und drücken fest die Daumen, dass ihr eure Strickfehler nicht erst 15 Reihen zu spät entdeckt.
Und falls doch, ein kleiner Tipp: Während des Strickens nicht mit dem Partner sprechen.
Wir wünschen euch wie immer gutes Gelingen und lesen uns in zwei Wochen wieder. Mit neuen Strickgeschichten, jeder Menge Inspiration und hoffentlich möglichst wenigen Maschendramen!






















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